SPD-Bundesvize Ralf Stegner in Biberach

„Ausbildungsplätze füllen mit denen, die schon hier sind“

BIBERACH (zel) – Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner hat sich dafür ausgesprochen, offene Lehrstellen erst einmal mit arbeitslosen Jugendlichen aus der Region zu besetzen. Beim Frühjahrsempfang des SPD-Kreisverbands, musikalisch umrahmt von „Balloon“ aus Augsburg, im Biberacher Volksbanksaal bezeichnete er es als nachrangige Möglichkeit, arbeitslose Jugendliche aus Südeuropa nach Deutschland zu schicken: „Man kann denen nicht einfach sagen, verlasst eure Heimat“, so Stegner. „Wir müssen die offenen Ausbildungsplätze füllen mit denen, die schon hier sind.“

Stegner war auf Einladung des Biberacher SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Gerster ins Oberschwäbische gekommen, um „Für ein soziales Europa – wider den Rechtspopulismus“ zu sprechen und mit den Anwesenden zu diskutieren: „Wir müssen uns darum kümmern, dass Jugendliche hier gut durch die Schule kommen und ausbildungsreif werden als Beitrag zum sozialen Frieden, das ist der beste Weg gegen Rechtspopulismus und für Integration.“ Bevor der Gast aus Schleswig-Holstein das Wort ergriff, hatte der hiesige SPD-Europakandidat Prof. Dr. Gotthold Balensiefen auf die friedensstiftende Wirkung der EU aufmerksam gemacht und gefragt: „Wollen wir wirklich eine Renationalisierung, der die Rechtspopulisten das Wort reden, und Zustände wie vor 30 Jahren, als Deutsche in Frankreich eine Arbeitsgenehmigung brauchten?“ Deshalb sei die Gewohnheit gefährlich politische Erfolge national und Misserfolge europäisch zu verorten, sagte Balensiefen und schloss mit dem Bonmot eines österreichischen Kabarettisten: „Die EU besteht aus Staaten, die sich nicht vorschreiben lassen wollen, was sie selbst beschlossen haben.“

Gotthold Balensiefen, Ralf Stegner und Martin Gerster (von links). Fotos: Alina Käfer

„Gemeinsam geht’s besser als allein“, nahm Vizeparteivorsitzender Stegner den Ball auf und verwies auf die internationale Lage mit der Ukraine-Krise und aufstrebenden bevölkerungsreichen Staaten wie China und Indien. Europa habe nur Chancen auf weltpolitischem Parkett mitzuspielen, wenn es gemeinsam agiere, erläuterte er: „Die relativ kleinen Einzelstaaten würde man fragen, was wollt ihr denn?“

Deshalb müsse man auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in ganz Europa gut und die EU demokratischer gestalten. Stegner bejahte die Publikumsfrage nach mehr Rechten fürs EU-Parlament und stellte klar, dass dieses beispielsweise beim geplanten Freihandelsabkommen mit den USA wissen müsse, worüber es beschließe: „Da helfen nur Öffentlichkeit und Transparenz, und wenn Standards verschlechtert werden, machen wir das Abkommen nicht mit.“

 

 

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