Pressenachlese: Straßen, Kliniken, Kultur: Landkreis will am Ball bleiben (Schwäbsiche Zeitung Laupheim, 13.1.2014)

Neujahrsempfang: Heiko Schmid kündigt Vorschläge für Kfz-Zulassungsstellen in Laupheim und Ochsenhausen an

Von Roland Ray

LAUPHEIM – – Eine Lanze für die Kultur hat Landrat Heiko Schmid beim  Neujahrsempfang des Landkreises Biberach gebrochen. „Es darf bei der Kultur nicht mehr gespart werden als notwendig“, sagte er am Freitag vor etwa 500 Gästen im Kulturhaus Schloss Großlaupheim. „Schließlich ist Kultur die Seele und das Gedächtnis unserer Gesellschaft.“

Beim Neujahrsempfang des Landkreises traf Martin Gerster (2. von rechts) Dekan Helger Koepff (links), Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger und den früheren CDU-Europaabgeordneten  Honor Funk (rechts).

Beim Neujahrsempfang des Landkreises traf Martin Gerster (2. von rechts) Dekan Helger Koepff (links), Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger und den früheren CDU-Europaabgeordneten Honor Funk (rechts).

Die Politik sollte sich dafür einsetzen, Kultur in ihrer ganzen Vielfalt zu fördern, forderte Schmid. Auch öffentliche Einrichtungen gehörten mit ausreichend Geld ausgestattet, um auf gutem Niveau Konzerte, Ausstellungen, Theater und anderes mehr anbieten zu können – „in diesem Zusammenhang tragen auch viele Politiker Verantwortung“. An die Wirtschaft appellierte Schmid, die Kultur nicht ganz vorn anzustellen, wenn Ausgaben auf den Prüfstand kämen.

Schwerpunkt der Kreistagsarbeit 2013 seien Straßen und Schienenwege gewesen, sagte der Landrat in seinem Rückblick. In der ursprünglichen Vorschlagsliste des Landes zum Bundesverkehrswegeplan hätten wichtige Projekte wie die Ortsumfahrungen Ringschnait, Ochsenhausen/Erlenmoos und Edenbachen im Zuge der B 312, der vierspurige Ausbau der B 30 zwischen Biberach und Baindt und die Ortsumfahrung Warthausen der B 465 gefehlt. Inzwischen sei die B 312 in die Landesliste aufgenommen, jedoch nicht als Achse zwischen den Oberzentren Memmingen und Reutlingen.

„Jetzt gilt unser Hauptaugenmerk direkt dem im Bundestag verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan“, richtete Schmid den Blick nach vorn. Der Landkreis wolle auch 2014 „alles Notwendige dafür tun, dass es beim Straßenbau weitergeht“. Schmid appellierte an die Bundestagsabgeordneten Josef Rief (CDU) und Martin Gerster (SPD), dieses Bestreben nach Kräften zu unterstützen.

„Es hakt noch beim Grüngut“

Die Umstellung des Abfallsystems im Kreis habe er sich schwieriger vorgestellt, resümierte Schmid. Er habe fast ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten. „Es hakt noch etwas beim Grüngut“, räumte er ein. „Da müssen wir nachjustieren. Wo wir optimieren können, tun wir das.“ Dieses Jahr werde sich der Kreistag mit der Frage beschäftigen, ob eine Biotonne kommt.

Der Kreis wolle sich auch künftig seinen sozialen Aufgaben stellen, sagte der Landrat, „indem wir beispielsweise uns weiter für eine menschenwürdige Flüchtlingsaufnahme und -unterbringung einsetzen, ohne dass wir unsere Bemühungen im Jobcenter, bei der Eingliederung von Menschen mit Behinderung und in der Jugendhilfe vernachlässigen“.

Schmid kündigte Vorschläge an, wie Kfz-Zulassungsstellen in Laupheim und in Ochsenhausen oder dem Illertal verwirklicht werden können.

„Es gibt kein Patentrezept“

Die Entwicklung der medizinischen Versorgung begleite der Landkreis nach wie vor kritisch und konstruktiv, versicherte der Landrat: „Gerne unterstützen und moderieren wir den Aufbau von Versorgungszentren, also die Verzahnung von Ambulant, Stationär und Pflege in den einzelnen Teilräumen.“ Allerdings gebe es da kein Patentrezept – „jede Raumschaft muss für ihre Bedürfnisse die beste Lösung finden“. Für Wettbewerbe und Beratungsleistungen sei Geld im Kreishaushalt eingestellt.

„Die stationäre und ambulante Gesundheitsversorgung bleibt im Fokus des politischen Handelns des Kreistags“, versprach der Landrat. Auch wolle man weiter Verbindlichkeiten abbauen, 2014 fast eine Million. Dann hätte der Kreis am Jahresende noch 1,6 Millionen Euro Schulden, 8,50 Euro pro Einwohner. „Land, Bund und die meisten Städte und Gemeinden wären froh um diesen Betrag.“

Den Festvortrag über ländliche Kultur im globalen Zeitalter hielt der Tübinger Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger.

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