Po­li­ti­ker re­den Klar-Text

Vier Politiker haben in leichter Sprache geredet. Foto: Team Gerster

In Laupheim gab es eine Wahl-Veranstaltung in leichter Sprache
In der Schwäbischen Zeitung Landkreis Biberach berichtete Thilo Bergmann am 12. Juli:
Laupheim – Im September ist die Wahl für den Bundes-Tag. Dann dürfen auch viele Menschen mit Behinderung wählen.

Sie wählen Politiker. Die Politiker kommen aus einem Wahl-Kreis. In dem Wahl-Kreis Biberach gibt es fünf Politiker. Sie gehören zu großen Parteien. Vier Politiker haben am Montag-Abend in Laupheim geredet. Der Politiker Tim Hundertmark von der Partei FDP ist nicht gekommen. Er hatte keine Zeit.

Es klingelt bei einem Fremdwort

Die Veranstaltung heißt Podiums-Diskussion. Die Sankt-Elisabeth-Stiftung hat sie veranstaltet. Die Politiker haben in leichter Sprache geredet. Das war nicht immer einfach für sie. Der Moderator hieß Wolfgang Dürrenberger. Er hatte eine Klingel. Wenn die Politiker ein Fremd-Wort verwendet haben, hat er geklingelt. Dann haben die Politiker das Wort erklären müssen. Der Moderator hat den Politikern Fragen gestellt. Die Fragen haben Menschen mit Behinderung vorbereitet.

Was bringt das Bundes-Teilhabe-Gesetz für Menschen mit Behinderung, war eine Frage. Damit sollen Menschen mit Behinderung in ihrem Leben mehr selbst bestimmen können. Martin Gerster von der Partei SPD hat es sehr leicht erklärt. Der Moderator hat nicht geklingelt. Anja Reinalter von der Partei GRÜNE hat auch geantwortet. Bei ihr hat der Moderator geklingelt. Sie hat Inklusion gesagt. Das ist ein Fremdwort. Der Moderator hat das Wort erklärt. Es heißt, dass alle Menschen mitmachen können. Josef Rief von der Partei CDU findet das Gesetz gut. Er sagt, es muss aber verbessert werden. Ralf Heidenreich von der Partei LINKE findet das Gesetz nicht gut. Er will, dass es nicht nur ein Gesetz ist. Er will, dass es den Menschen wirklich hilft. Er spricht schwäbisch. Das ist gut. Die Zuhörer verstehen ihn sehr gut. Der Moderator klingelt nicht.

Die Politiker müssen noch mehr Fragen beantworten. Zum Beispiel wie Abgase weniger gemacht werden können. Das Fremd-Wort dafür ist CO2-Ausstoß. Deshalb hat der Moderator geklingelt.

Die Menschen müssen weniger Auto fahren. Das hat der Politiker Martin Gerster von der Partei SPD gesagt. Sie müssen Strom mit Sonnen-Licht erzeugen. Das hat der Politiker Rudolf Haug von der Partei GRÜNE gesagt. Er hat Anja Reinalter vertreten. Sie ist früher gegangen.

Zuschauer stellen viele Fragen

Dann haben Leute aus dem Publikum Fragen gestellt. Sie wollten wissen, ob die Ehe für alle auch für Menschen mit Behinderung gilt. Und ob sie heiraten dürfen. Die Politiker haben alle das gleiche geantwortet. Sie haben gesagt, dass auch Menschen mit Behinderung heiraten dürfen. Aber nur, wenn sie es selbst entscheiden können.

Nicht alle dürfen wählen

Die Politiker haben noch mehr Fragen beantworten müssen. Zum Beispiel, warum manche Menschen mit Behinderung nicht wählen dürfen. Das ist ein schwieriges Thema. Die Politiker haben erklärt, dass das mit der Betreuung zu tun hat. Die Partei SPD findet aber, dass jeder wählen soll. Bis jetzt hat sie aber kein Gesetz dafür machen können.

Die Politiker haben auch über die Werkstatt für Menschen mit Behinderung geredet. Sie finden sie gut. Sie sagen, dass viele Menschen nicht in anderen Berufen arbeiten können. Sie hoffen aber, dass mehr Firmen Menschen mit Behinderung Arbeit geben. Dafür gibt es ein neues Gesetz. Der Politiker Martin Gerster von der Partei SPD hat auch darüber geredet. Er findet es ungerecht, dass viele Firmen keine Arbeit für Menschen mit Behinderung haben.

Viele Zuschauer sind da

Die Politiker waren sich sehr oft einig. Mehr als 200 Menschen haben den Politikern lange zugehört. Die Zuhörer haben gelacht, wenn der Moderator geklingelt hat. Die Politiker haben sich sehr bemüht. Sie haben viele Fragen verständlich erklären können. Manchmal haben sie auch überlegen müssen. Die Zuhörer waren sehr aufmerksam.

Ach­tung, jetzt wird es leicht!
Der Artikel zur Wahlveranstaltung ist in leichter Sprache geschrieben. Damit kann er von Menschen mit Behinderung oder Menschen ohne ausreichende Sprachkenntnisse ohne Probleme gelesen werden.

Dass zusammengesetzte Hauptwörter mit Bindestrich geschrieben werden, gehört so. Es soll den Lesefluss vereinfachen. Außerdem gibt es keine Fremdwörter in dem Artikel – und wenn, dann werden sie erklärt. Rita Schultheiß hat den Artikel Korrektur gelesen und angepasst. Sie arbeitet beim Heggbacher Wohnverbund der St.-Elisabeth-Stiftung im Bereich „Unterstützte Kommunikation“. 35 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung helfen ihr beim Schreiben für die Lebenswelt der Zielgruppe, erzählt sie.

Ein gewöhnlicher Text wird beim Übersetzen auf das Wesentliche reduziert. Füllwörter oder szenische Beschreibungen fallen weg. Nicky Bechstein und Sibylle Krug haben den Artikel überprüft.

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