Diakonie und MdB Gerster für bessere Pflegebedingungen

    Fachleute erläutern dem Abgeordneten in Erolzheim ihre Wünsche an die Politik

    Wollen gute Pflegebedingungen sicherstellen (von links): MdB Martin Gerster, Marianne Schneider, Pflegedienstleiterin und Hausleitung des Seniorenzentrums Erolzheim, Steffen Bucher, Regionalleiter Süd der Zieglerschen Altenhilfe, Annette Ege, Leiterin der Diakonie-Sozialstation Biberach, deren Stellvertreterin Kathrin Hauseur und Andrea Schröder, stellvertretende Seniorenzentrumsleiterin in Erolzheim. Foto: Wolfgang Heinzel.

    EROLZHEIM – Zum Tag der Pflege am 12. Mai haben Diakonie und der Biberacher SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster bei einem Vororttermin in Erolzheim bessere Rahmenbedingungen für die Pflege älterer Menschen eingefordert. Im Rahmen der Aktion „5 vor 12“ der Diakonie Württemberg schilderten Verantwortliche Gerster im Seniorenzentrum der Zieglerschen Altenhilfe die immer schwierigere Situation.

    „Das derzeitige Pflegeniveau ist nur noch zu halten mit Engagement übers Maß hinaus“, sagte Steffen Bucher, Regionalleiter Süd der Zieglerschen, nach der Begrüßung des Abgeordneten vor dem Eingang des Erolzheimer Seniorenheims. Dort war eine symbolische Paketwand aufgebaut, auf der Verbesserungswünsche prangten, die Beschäftigte sowie Kunden des Seniorenbereichs und deren Angehörige an die Politik gebracht haben wollen. „Würdevolle Pflege, familiäre Entlastung, gerechte Finanzierung und attraktive Ausbildung sind für uns die zentralen Punkte“, so Bucher.

    „Im Gegensatz zur Vorgängerregierung hat die neue Koalition jetzt bis 2017 die Chance, etwas in dieser Richtung auf den Weg zu bringen“, erklärte MdB Gerster und nannte dafür als Beispiele unter anderem den Betreuungsausbau, den Lohnersatz für die Pflegeauszeit von Angehörigen, Personalmindeststandards und die Reform der Pflegeausbildung. „Auch wird diese Regierung klären lassen, wie die SPD-Forderung nach Ausbau der kommunalen Pflegestrukturen umgesetzt werden kann“, nannte der Abgeordnete einen weiteren Punkt aus dem Koalitionsvertrag. Auf Gersters Frage, ob nicht der Landkreis Biberach als Letzter nun auch endlich einen Pflegestützpunkt einrichten solle, antwortete Annette Ege, Leiterin der Diakonie-Sozialstation Biberach, Beratungsangebote habe der Kreis schon genügend, aber man brauche Sachleistungen: „Die oft alleinstehenden Menschen benötigen konkrete Hilfe im Alltag, beispielsweise beim Ausfüllen von Formularen oder dem Umgang mit Behörden.“ Außerdem schlug sie vor, dass pflegende Angehörige zum Eigenschutz verpflichtet werden müssten, Pflegeleistungen, die ihnen finanziell erstattet würden, teilweise nach außen zu vergeben. „Sonst sind die Leute nach drei Jahren physisch und psychisch am Boden“, pflichtete Marianne Schneider, Leiterin des Erolzheimer Seniorenzentrums, ihrer Kollegin bei. „Das erleben wir immer wieder und dann muss für die Pflegebedürftigen oft von heute auf morgen ein Platz gefunden werden, weil die Angehörigen nicht mehr können.“

    Gerster versprach, die Anregungen mit nach Berlin zu nehmen, denn er wisse aus seinem familiären Umfeld sehr wohl, wie wichtig ambulante und stationäre Angebote seien und wie stark der Termindruck bei den Pflegefachkräften sei. „Ich habe großen Respekt vor der Leistung derjenigen, die im Pflegebereich engagiert sind, sei es als Angehörige oder hauptberuflich.“ Es seien hier vor allem Frauen, die einen großen Beitrag leisteten zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und es sei schlimm, dass man bisher nicht in der Lage sei, den großen Einsatz mit besseren Rahmenbedingungen und besserer Bezahlung entsprechend zu würdigen. „Wir haben von Seiten der SPD in den Koalitionsverhandlungen Etliches erreichen können, jetzt kommt‘s auf die Umsetzung an“, stellte der 42-Jährige klar.

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