„Bei der Eu­ro­pa­wahl 2019 geht es um sehr viel“

In der Schwäbischen Zeitung Laupheim berichtete Roland Ray am 20. November:
Der Kandidat Matthias Lamprecht zu Gast beim Politischen Martini der SPD in Laupheim

Matthias Lamprecht. Foto: Wolfgang Heinzel
Laupheim – Seine Vorstellung, wie Europa gestaltet werden sollte, hat Matthias Lamprecht aus Ulm, SPD-Kandidat bei der Europawahl 2019, am Freitag beim Politischen Martini des SPD-Kreisverbands Biberach in Laupheim skizziert.

In einem demokratischen Europa wolle er leben, das die Menschenrechte achtet, sagte Lamprecht (30), der an der Universität Ulm im Fach Physik promoviert. Er sprach sich dafür aus, „dass wir zu einer europäischen Verfassung kommen“. Diese müsse auf einem breiten gesellschaftlichen und überparteilichen Konsens gründen.

Im Europäischen Rat sollte bei Gesetzesvorhaben nach dem Mehrheitsprinzip entschieden werden, forderte Lamprecht. Es könne nicht angehen, dass ein Land Entscheidungen zu blockieren vermag. In diesem Punkt müsse man „auch mal Pflöcke einrammen, sonst kommen wir nicht voran“. Lamprecht plädiert außerdem dafür, die Forschung auf den Feldern Mobilität und regenerative Energiegewinnung stärker zu fördern – „das sind Zukunftsthemen“ -, und hält es für einen Fehler, sich schon jetzt auf eine Antriebstechnologie festzulegen. In jedem Fall gelte es, eine europäische Antwort auf den Klimawandel zu finden. Wo Kohle abgebaut wird, müssten die Menschen rechtzeitig umgeschult werden.

Damit Europa sozialer wird, will Lamprecht Lohngerechtigkeit und eine europäische Arbeitslosenversicherung, die den nationalen Versicherungen in Krisenzeiten unter die Arme greift – nach genau festgelegten Kriterien, wie er auf kritische Nachfragen betonte.

Auch bei der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit plädiert Lamprecht für Solidarität über Landesgrenzen hinweg. Während eines Studienaufenthalts in Spanien 2011 habe er erlebt, was es heißt, wenn fast die Hälfte aller jungen Menschen ohne berufliche Perspektive ist.

Von Rechtspopulisten und Nationalisten gehe durchaus Gefahr für die EU aus, „wie wir sie bisher kennen“, warnte Lamprecht. „Wir müssen deshalb klare Haltung zeigen für ein gemeinsames Europa.“ Die Wahl im Mai 2019 als Schicksalswahl zu bezeichnen, sei nicht übertrieben: „Es geht um sehr viel: Wollen wir die EU weiterentwickeln und verbessern, oder überlassen wir Nationalisten und Zerstörern das Feld?“ Nur gemeinsam seien die Europäer stark. Andernfalls würden sie – etwa gegenüber den USA und China – unbedeutend werden.

„Europa steht an einem Scheideweg“, pflichtete Laupheims OB Gerold Rechle dem Redner bei. Der Zusammenhalt sei lange nicht auf so wackligen Beinen gestanden. Der rechte Rand sei gewillt, die europäischen Ideale über Bord zu werfen; Abschottung solle Sicherheit vor Zuwanderung suggerieren. Der Streit zwischen CDU und CSU in Flüchtlingsfragen habe die Arbeit der Großen Koalition in Berlin quasi zum Erliegen gebracht.

In Laupheim habe man viel getan, Flüchtlinge zu integrieren, sagte Rechle. „In wenigen Städten ist das so reibungslos gelaufen wie hier.“

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