Aufbruchsstimmung beim politischen Jahresauftakt

    In der Schwäbischen Zeitung Ravensburg berichtete Wolfgang Steinhübel am 7. Februar:

    SPD fühlt sich im Auf­wind

    Ravensburg – Auch die Ravensburger Genossen schwimmen auf der Schulz-Euphorie-Welle. Stolz tragen sie bei ihrem dritten politischen Jahresauftakt in der Räuberhöhle einen weißen Button mit der roten Aufschrift: „Zeit für Martin“. Ihr Vorsitzender, Manfred Ströhm, berichtet den zahlreich erschienenen Gästen von sieben Neumitgliedern im Ortsverein allein in der letzten Woche. „Bald gehen uns die Parteibücher aus“, erzählt er schmunzelnd.

    Drei neuen Mitgliedern kann er die roten Büchlein an diesem Abend überreichen. Bernd Mai aus Ravensburg hat eine Eintrittserklärung unterschrieben. Er ist 73 Jahre alt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ihn gekommen. „Schulz redet so, wie die früher bei der SPD geredet haben“, nennt er seine Gründe.

    Auch Oberbürgermeister Daniel Rapp (CDU) wollte „die neue SPD-Luft atmen“. Spontan war er in die Räuberhöhle gekommen. In seinem Grußwort sprach er sich gegen Rechtspopulismus aus.

    Martin Gerster, SPD-Abgeordneter im Bundestag, berichtete von der Fraktionssitzung in Berlin, als Sigmar Gabriel seinen Rücktritt erklärte und Martin Schulz als Kanzlerkandidaten verkündet hatte. „Das war ein Wahnsinn“, erzählt er. Gerster wirkt immer noch euphorisch. Er „bewundert die Größe und Souveränität der Entscheidung von Gabriel“. Und Martin Schulz habe „eine unglaubliche Glaubwürdigkeit“. „Er argumentiert aus dem Bauch heraus“, so Gerster.

    Heike Engelhardt, Bundestagskandidatin im Wahlkreis Ravensburg und seit Ende Januar Mitglied im Gemeinderat, spricht von einem Erneuerungsprozess, der nach der verlorenen Landtagswahl angestoßen worden sei. Sie will für soziale Gerechtigkeit stehen. „Anständiger Lohn für anständige Arbeit“, sagt sie. Engelhardt will gleiche Chancen für alle. Sie fordert den kostenlosen Zugang zur Bildung. Die Erbschaftssteuer soll reformiert werden: „Wer eine Villa am Bodensee erbt, kann ruhig ein wenig für die Allgemeinheit abgeben.“

    Frank Walser, der Vorsitzende der auf vier Mandate geschrumpften SPD-Fraktion im Gemeinderat, äußerte sich kurz zu lokalpolitischen Themen. Er lobte das Bündnis für bezahlbares Wohnen. Walser sprach auch nochmals vom Haushalt „der begonnenen Maßnahmen“. Die Sanierung der Gymnasien und die Zusammenlegung der Verwaltungsstandorte binde einen Großteil der zur Verfügung stehenden Mittel. Die Sanierung der Marienplatz-Tiefgarage bedeute eine große Belastung für die Stadtwerke. „Sie entwickeln sich immer mehr von der Cash Cow zur Lame Duck (lahmen Ente)“, so Walser. Die Beruhigung des Verkehrs in der Innenstadt liege ihm am Herzen. „Wir sollten damit nicht warten, bis der Molldiete-Tunnel fertig ist“, schloss er seine Rede.

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